Montserrat im Katalonien-Lexikon

Das Kloster Montserrat ist das bedeutendste katalanische Wallfahrtsziel. Und nach Santiago de Compostella das zweitwichtigste Spaniens. Schon bei der Anreise bietet sich ein fantastischer Blick auf die Umgebung. Das Kloster befindet sich etwa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona. Das massiv auf welchem es thront ist bis zu 1236 Meter hoch und steht mittlerweile unter Naturschutz. Der Name „Zersägter Berg“ kommt von den tiefen Einschnitten, welche das Gestein in Blöcke teilt. Aus diesem Grund vermutet die Legende auf dem Berg auch die Geheimnis umwogende Gralsburg von Parzival. Am Ausgang einer sehr tiefen Spalte liegt, in 725 Metern Höhe, das Kloster Abadia de Montserrat. Diesem verdankt der Berg auch seinen Beinamen „Montsagrat“, was heiliger Berg bedeutet. Für die Katalanen ist das Kloster jedoch nicht nur religiöser Bedeutung, sondern es ist auch ein Symbol ihrer Nation.

Jährlich besuchen das Kloster etwa eineinhalb Millionen Menschen, und so ist es in den Sommermonaten geradezu von Besuchern überflutet. Die Legende besagt, dass das Kloster erstmals 880 gegründet wurde. Und zwar aufgrund einer dunklen Madonna, welche der begleitende Bischof nicht mehr von diesem Ort transportieren konnte. So wurde an dieser Stelle eine Andachtsstelle errichtet. Im Jahr 1025 wurde das Kloster, nach einem Nachfolgestreit, durch Abt Oliba aus Ripoll neu gegründet. Anfang des 19. Jahrhundert kam es dann jedoch zu schweren Verwüstungen infolge der napoleonischen Kriege und musste deshalb neu aufgebaut werden. So kann man auch einige der architektonisch nicht gerade überwältigenden Gebäude erklären. Infolge der kulturellen Renaixanca entwickelte sich Montserrat zu einer Hochburg des katalonischen Nationalismus.



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